Tiefschlaf sorgt für "Hirnwäsche"


Raus mit den Schadstoffen!
Tiefschlaf sorgt für "Hirnwäsche"

Tiefschlaf ist für die Erholung unabdingbar und unterstützt wichtige Prozesse in Körper und Gehirn, z. B. das Lernen. Jetzt haben Wissenschaftler eine weitere Aufgabe des Tiefschlafs gefunden: Er dient offenbar der nächtlichen „Gehirnwäsche“.

Tiefschlaf ist Höchstarbeit

Pro Nacht versinkt der Mensch mehrere Male in Tiefschlafphasen, die im Elektroenzephalogramm ( EEG) an hohen, langsamen Deltawellen erkennbar sind. Diese machen etwa ein Viertel der gesamten Schlafzeit aus, und das ist gut so: Denn während der Mensch tief schläft, laufen in seinem Körper wichtige Prozesse ab.

So schüttet z. B. die Hirnanhangsdrüse Wachstumshormon aus und fördert damit bei Kindern Muskelaufbau und Knochenwachstum. Bei Erwachsenen sorgt das Hormon dafür, dass sich Zellen regenerieren und Gewebe repariert wird. Zur Unterstützung der körperlichen Erholung fällt nachts das Stresshormon Kortisol auf niedrigste Werte, es sinken Blutdruck und Puls, die Atemfrequenz wird langsamer und die Muskulatur entspannt.

Gehirn und Immunzellen lernen

Währenddessen wandern im Gehirn erlernte Informationen ins Langzeitgedächtnis, um später abrufbar zu sein. Auch das Abwehrsystem ist im Tiefschlaf aktiv: Es verarbeitet die über den Tag gesammelten Informationen über Krankheitserreger und Keime und stärkt dadurch sein Immungedächtnis. Doch das ist nicht alles: Bonner Forschern zufolge kommt es im Tiefschlaf offenbar auch zu einer Art Hirnwäsche, bei der mit Hilfe von Blut und Liquor schädliche Proteine aus dem Gehirn gespült werden.

Hin und her wie im Waschzuber

Hinweise auf diese Funktion des Tiefschlafs erhielten die Forscher bei Untersuchungen an 13 Freiwilligen, die eine Nacht in einem Magnetresonanztomografen (MRT) verbrachten und gleichzeitig ihre elektrischen Hirnströme per EEG ableiten ließen. Während der Tiefschlafphase erkannten die Forscher oszillatorische MRT-Signale im Gehirn, die sie als vermehrte Durchblutung deuteten. Gleichzeitig geriet auch der Liquor (das Hirnwasser) in Bewegung – jeweils zur Oszillation floss es für einige Sekunden gegenläufig zu seiner sonstigen Fließrichtung. Dieses Hin und Her in den Liquorräumen deuten die Forscher als eine Art Waschprozess, durch den Stoffwechselabbauprodukte und schädliche Proteine wie z. B. Beta-Amyloid besser abtransportiert werden können.

Alzheimer durch weniger Hirnwäsche?

Eine nächtliche Reinigungsfunktion des Liquors wird schon länger vermutet. Den Bonner Beobachtungen zufolge läuft diese Reinigungsphase womöglich während des Tiefschlafs auf Hochtouren. Dazu passen Untersuchungen an Gesunden, bei denen es nach schlaflosen – und damit vor allem tiefschlaflosen — Nächten zu einem Anstieg von Beta-Amyloiden im Gehirn kam. Die vermutete Hirnwäsche wäre zudem ein weiterer Puzzlestein für die Erklärung, warum die Alzheimer-Demenz mit ihrer krankhaften Ablagerung von Beta-Amyloid im Gehirn vermehrt im Alter auftritt. Durch die bei alten Menschen häufig verkürzten Tiefschlafphasen steht weniger Zeit für das nächtliche „Auswaschen“ schädlicher Proteine zur Verfügung.

Quelle: Ärzteblatt

Corona Schnelltest

Das Corona-Testzentrum befindet sich im Juri-Gagarin-Ring 31.

Jetzt Termin vereinbaren

News

Lungenkrebsscreening für Rauchende
Lungenkrebsscreening für Rauchende

Soll im April losgehen

Je eher man eine Krebserkrankung erkennt, desto besser kann man sie behandeln. Das gilt auch für den Lungenkrebs. Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebs-Screening auf Kassenleistung. Das wird ab April 2026 endlich anders – zumindest für bestimmte Risikogruppen.   mehr

Schwangere sollten Jod einnehmen
Schwangere Frau bei der TAbeltteneinnahme. Jod ist einer der Mineralstoffe, die in der Schwangerschaft unbedingt ausreichend zu Verfügung stehen sollten.

Schon vor der Empfängnis starten

Schwangere brauchen vermehrt Jod – und das am besten schon vor der Empfängnis. Jodreiche Ernährung reicht für die Versorgung meist nicht aus. Expert*innen empfehlen deshalb, das Spurenelement in Form von Tabletten einzunehmen.   mehr

Zu müde für Sport?
Zu müde für Sport?

Aktiver mit Kaffee und Tee

Eine Tasse Tee oder Kaffee pro Tag verhilft Frauen zu einem aktiveren Lebensstil mit mehr sportlicher Bewegung. Australische Forscher führen dies auf den anregenden Effekt des Koffeins zurück.   mehr

Haferkur gegen hohes Cholesterin
Haferkur gegen hohes Cholesterin

Messbarer Effekt

Haferkuren wurden schon in früheren Zeiten bei Diabetes empfohlen. Nun hat eine Studie untersucht, ob eine 2-tägige Haferdiät auch den Cholesterinspiegel senken kann.   mehr

Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes

Vor allem Kinder profitieren

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Ring-Apotheke
Inhaberin Anne Krohmann
Telefon 0395/7 78 21 59
Fax 0395/7 78 21 31
E-Mail mail@ring-apotheke-nb.de